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USA 2016

If you’re going to San Francisco

Dann kommt man an den großen Bäumen kaum vorbei. Jedenfalls, wenn man von Norden aus anreist. Aber von Anfang an:

Nachdem wir einen relativ faulen Tag in Woodburn eingelegt hatten, und dort etwas durch die Läden schlenderten, ging es Montags in Richtung San Francisco, auf die letzte Etappe des diesjährigen Roadtrip durch den Nordwesten der USA.

Wir hatten während der Tage mit unserem RV viel Natur, Berge und Wälder gesehen, so dass wir uns in Woodburn entschlossen, die Route nach San Francisco etwas umzuplanen, und nicht nun der Küstenstraße US 101 zu folgen.

2014 hatten wir schon diese Straße gewählt, um damals von San Francisco nach Los Angeles zu fahren. Da uns dies damals schon gut gefallen hatte, war die Entscheidung diesmal nicht schwerer gefallen.

Also ging es von Woodburn aus auf direktem Weg nach Lincoln City. Von dort aus immer entlang der Küste nach Gold Beach, Oregon. Wo immer es uns gefallen hat, hielten wir um die Gegend und die frische Meeresluft auf uns wirken zu lassen. Der große Unterschied zu den Tagen vorher war jedoch, dass die Geschwindigkeitsbegrenzung auf 45 mph extrem spürbar war. Waren wir heute weniger unterwegs, als mit unserem RV an „kurzen“ Tagen, so saßen wir heute mit knapp 7 Stunden extrem lange im Auto. Das hat sich hingezogen.

In Gold Beach angekommen, checkten wir in unserem Motel ein. Die Empfehlungen auf Booking.com waren evtl. schon älter, oder die sonstigen Gäste sind echt hart im Nehmen. Jedenfalls hatte das Motel schon bessere Tage gesehen. Es war zwar sauber und gepflegt, aber sowas von abgewohnt. Für eine Nacht passt es. Beim einchecken hatten wir einen 15% Gutschein für ein Lokal in der Nähe erhalten, welches wir uns schon auf der Anreise im Internet ausgesucht hatten. Also hin! Seafood ist ja nicht jedem recht, aber das hier war der echt der Hit!

Vor dem Schlafengehen ging es an den Strand. Sonnenuntergang. Weder fotografisch noch romantisch war es am Strand reizvoll. Also Sonnenuntergang abgewartet und zurück ins Motel gelaufen.

Die Feuerwehr, welche beim Hinweg noch zur Übung aufrief, hatte auch keine Lust, und so war nicht mehr viel geboten in diesem Gold Beach.

Tag zwei und der Weg war bislang der kürzeste ursprünglich geplante. Lediglich 2,5 h Fahrzeit  zeigte das Navi und von Beginn an die Zielfahne neben der verbleibenden Strecke. Also nicht viel los hier auf der US 101 gen Süden. Einzig der „Redwood National and State Parks“, welche wir durchfuhren, zeigte etwas Abwechslung. Die stellenweise 100 Meter hohen Bäume, welche links und rechts der Straße standen, machten schon einiges her.

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Redwood
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Redwood

Auf dem Weg dorthin machten wir in Brookings, dem letzten Örtchen in Oregon Halt. In einem kleinen süßen Café gab es Kaffee und etwas zum Essen, da das heute Frühstück dem Faulenzen zum Opfer fiel. Auf dem Weg bis hierher gab es unzählige Picknickplätze, Outlooks oder sonstige Haltemöglichkeiten. Bis Kalifornien im Anschluss, da wir nicht im Ort essen wollten, kaum etwas. So hielten wir erst in Kalifornien vor den Toren eines kleinen State Parks.

„Redwood National and State Parks“. Wie oben erwähnt, knapp 100 Meter hohe Bäume. Und diese nicht gerade wenig in der Anzahl. Der Park an sich ist, meiner Meinung nach, etwas undurchsichtig. Kein Eingang, und eher unübersichtliche Ausschilderung. Eine kleine Seitenstraße, die angeschrieben war, und die wir befahren wollten, hörte nach knapp einer halben Meile mit einer Schranke plötzlich auf. Ein Grund war nicht genannt. Also wieder zurück.

 

In der Nähe von Kramath, fuhren wir einen Outlook an, der am Ende der Straße nicht mehr „Scenic“ sondern „Sehnix“ war. Der Nebel zog auf, und so sah man stellenweise gerade noch die Abbruchkante zum Meer. Also wieder zurück auf die US 101 und weiter gen Süden.

Der Netten B Drury Scenic Pkwy Drive, die wohl schönste Alternative zur US 101 laut Internet, war dann auch in Wirklichkeit schön. Immer wieder konnten wir halten und die riesen Bäume bestaunen. Kurz vor Ende dieses Drives ging auch eine Abzweigung mit dem Hinweis „Elk Watching Next Right“ weg. Blinker rechts und kurz danach schon anhalten dürfen. Knapp 50 Tiere tummelten sich direkt am Straßenrand. Am Straßenrand knapp 20 Autos und zig Leute mit gezücktem Mobiltelefon zum Fotografieren.

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Elk beim Straße queren

Diese Unart geht mir nach diesem Urlaub noch weniger in den Kopf. So viele Menschen gesehen. So viele mit riesen Kameras um den Hals hängend herumgelaufen und nehmen zum Fotografieren das Handy! Welcher Sinn steckt den da dahinter? Noch besser sind die japanischen/chinesischen Reisegruppen, welche sich beim Selfiemachen fotografieren lassen. Ein Making-Of des Selfies sozusagen. Ich versteh das einfach nicht. Genauso wenig wie mit dem Brett vorm Kopf … äh … dem Tablet … um damit Fotos zu machen … Aber egal, alles meine Meinung, diejenigen werden schon einen Grund haben.

Nachdem wir dann das Wildlife dieses Nationalparks auch einfangen durften, ging es dann direkt nach Eureka, unserem heutigen Tagesziel. Hicks!

Die wohl kürzeste Etappe stand heute auf dem Plan. Laut Navi waren es keine 133 mi, nur zeitlich waren wir relativ lange unterwegs. Da es im Motel noch ein kleines Frühstück gab, und wir doch faul waren, ging es um kurz vor 11 Uhr richtig los. Erster Halt war ein Walmart, der zufällig auf der Strecke lag. Wir brauchten Wasser.

Aufregendes gab es nicht lange nicht. Erst als „Avenue of the Giants“ angeschrieben war, ging es bisschen zur Sache. Dies ist eine alternative Route zur US 101 und man sieht große Bäume. Es wirkt schon gewaltig, wenn direkt neben der Straße Bäume mit knapp 100 m Höhe und 5 Meter Durchmesser stehen. Und das in einer Art Allee.

Der nächste große Aufregen war der „Drive Thru Tree“. Ein ebenfalls 100 m hoher Baum, wo man bequem mit dem Auto hindurch fahren kann. Für $5 kann man sich einreihen und auf die vor einem fahrenden Idioten fluchen, die ihr Gefährt, sobald nicht 2 m Platz ist, nicht unter Kontrolle haben.

Ein Eis später ging es weiter nach Fort Bragg, dem Tagesziel mit dem sagenumwobenen Glass Beach. Ein Strand, wo glasartige Steine zu finden sind. Die 50 mi dorthin waren die – für mich – schönsten zu fahrenden. Eine S-Kurve reihte sich an die nächste. Nadine am Beifahrersitz hatte da eher mit der Übelkeit zu kämpfen.

Glass Beach war dann eher ein Reinfall. Bilder im Internet verraten viel mehr, als hier zu sehen ist. Zum Baden lädt er durch die groben Steine im Wasser und am Strand auch nicht ein, und die eher durchsichtigen Steinchen muss man schon sehr genau suchen. Wenigstens hatte das Wetter ein einsehen und die Sonne sorgte dafür, dass man es gemütlich hier aushalten konnte.

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USA 2016

Die letzten Tage des RVs

Der Rückweg nach Portland beginnt um 9 Uhr mit dem Aufstehen. Je länger ich hier im RV übernachte, umso schwerer komme ich aus den Federn. Zum Frühstück gab es Bohnen mit Ei und Bagel. Es muss alles weg 🙂

Gegen 11 Uhr machten wir uns auf den Weg. Entlang des Snake Rivers, der uns heute bis zum Ziel – manchmal in größerem Abstand – begleiten wird, konnten wir ein paar Haltestellen ausmachen, die wir ab und zu nutzen, um die wunderbare Gegend auf uns wirken zu lassen. Ab und zu waren die „Scenic Outlooks“ auch zu was zu gebrauchen. Hin und wieder fragt man sich jedoch, warum ausgerechnet vor einem Baum, der den Ausblick versperrt, ein „Outlook“ versteckt werden muss. Hatte wohl mit dem Straßenbau damals nicht ganz gepasst.

 

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Selbst die Wolken machen was her

Für eine Strecke, die eigentlich nur zum Fahren gedacht war, und wo ich im Vorfeld wenig interessantes ausfindig machen konnte waren wir am Ende doch überrascht, dass wir viel gesehen hatten. An einer der in USA seltenen „Rest Areas“ an Highways, wo man schon einmal 120 mil zur nächsten fahren muss (nichts mit Raucherpausen auf Fußball-Auswärtsfahrten alle 10 Minuten), gab es neben dem schönen Blick auf den Snake River Canyon auch noch 2 Adler zu bestaunen.

 

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Adler vor blauem Hintergrund … ach, der Himmel ist das …

Im Massacre Rock State Park nutzen wir die Gelegenheit, zwei kleinere Trails abzuwandern. Bei der Hitze jedoch kein angenehmes Vergnügen, auch wenn der Weg schön und interessant war. Neben großen und kleinen Lavafelsen, die entlang des California Trails hier beim letzen großen Ausbruch hinterlassen wurden, gab es noch hunderte von Großhüpfern und einen Hasen zu erblicken.

„Register Rock“, ca. 5 km vom State Park entfernt, liefert Beweise von Siedlern, die in den 18-Hunderter hier entlang kamen und ihre Pausen im Fels protokollierten. Der daneben liegende kleine Park ist ebenfalls nicht zu verachten. So eine gepflegte Grünanlage mit Sitzgelegenheiten und Grillplätze findet man selten zuhause.

In Twin Falls, unserem Zielort von heute, gibt es Shoshone Falls zu bestaunen. Just in dem Moment, wo wir uns hinstellen wollten, um Bilder zu machen, kamen zwei Reisebusse mit chinesischen Touristen an, die uns durch ihr schnell schnell eher oftmals im Weg standen.

Über eine 300m breite Felskante fallen die Wassermassen ca. 65 Meter in die Tiefe. Heute, aufgrund von Niedrigwasser, jedoch nur auf einem Bruchteil der vorhandenen Breite. Laut Wikipedia ist es der viert größte Wasserfall im Nordwesten der USA und beherbergen seit 1906 ein Wasserkraftwerk.

 

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Shoshone Falls in klein diesmal

Heute klingelte einmal der Wecker. Ich wollte nicht wieder auf dem letzten Drücker vom RV Park verschwinden. Hat dann aber doch irgendwie nicht so geklappt, wie ich es mir vorgestellt hatte. Aber alles halb so wild, haben ja Zeit und Urlaub ist schließlich auch.

Erster Halt war die I.B. Perrine Bridge, eine vor 89 Jahren eröffnete Stahl Auslegerbrücke, über die heute Hwy 93 führt. Just in dem Moment, als wir ankamen, brachte sich ein Base-Jumper in Stellung und sprang, ehe ich mit der Kamera zur Stelle war. Auto wollte auch noch geparkt werden.

Die knapp 150 Meter Höhe, die diese Brücke überspannt sind schon nichts für schwache Nerven.

Weiter ging die Fahrt. Immer weiter zurück Richtung Portland. Da weit und breit nichts wirklich interessantes lag, war es ein Tag zum Vergessen. Nur fast jeden Rastplatz nahmen wir mit, auch wenn es nur zum Wasser nachfüllen war.

Die letzten knapp 60 Meilen waren dann die bislang schlimmsten. In einem Tal ging es kurvig entlang der Berge und der Wind wehte einem fast den Camper von der Straße. Nadine am Beifahrersitz ist da des Öfteren erschrocken, und ich hatte alle Mühe, unser Gefährt auf der Straße zu halten.

Der letzte RV Park auf unserer Tour ist auch der – gelinde gesagt – schlechteste. Zum Glück ist es bewölkt, sonst würden wir hier ohne jeglichen Schutz durch Bäume auf dem Präsentierteller stehen und braten.

Der Camper ist schon mal groß gesäubert, beim Nachbarn wurde die Chemie für die Toilette geschnorrt, als Dankeschön hat er eine angefangene Holzkohle-Packung bekommen. Eine Hand wäscht die andere, auch wenn er Holzkohle genug hatte. Jetzt hat er mehr.

Der letzte Tag mit Moggel. Aufstehen um 7 Uhr klappte schon recht gut. War dann einmal Snooze und somit 7:09 Uhr, als wir aus den Federn kamen. Ohne Frühstück ging es dann, nachdem wir alles zusammen gepackt hatten, gegen 8 Uhr los. In Burns wurde noch einmal vollgetankt, dann Gas aufgefüllt und knapp 17 mi außerhalb der Stadt die Abwassertanks geleert. Der Rest des Tages war dann einfach nur nach Portland scheppern. Anschlag war 15 Uhr. Um 14:30 Uhr standen wir am Hof, nachdem wir noch einmal für $10 knapp 4 Gallonen Sprit in den Tank füllen mussten, um etwa den selben Stand wie bei Abfahrt zu haben. Warum die Vermietung ihre Kübel nicht einfach vollgetankt, verstehe ich nicht.

Absoluter Höhepunkt heute war ein Mann, welcher auf einem Rastplatz einem Bettler, welcher lediglich Essen haben wollte und bei Geld eher sauer wurde, ein Paar seiner Schuhe schenkte. Wir gaben was wir konnten, was aufgrund unserer Planung beim Einkaufen die letzten Tage, leider nicht viel war.

Auf dem Hof wurden unsere Klamotten schnell in die Koffer, die wir bei der Vermietung gelagert hatten, gepackt, das Auto ausgeräumt und der Schaden, den wir gemeldet hatten, noch protokolliert. Die Rückgabe war dann in 5 Minuten erledigt. Alle Füllstände wurden mit dem Ausgangswerte verglichen und das war es. Da hätte sich Nadine gestern bei weitem nicht die Mühe geben müssen. Vielleicht wollte sie aber auch nur für unser Auto zuhause üben? (Ich verstecke mich dann während sie das online liest).

Am Flughafen von Portland haben wir dann ein neues Auto übernommen, welches uns auf den letzten Tagen nach San Francisco begleiten wird. Tschüss für heute 🙂