Reykjanes peninsula

Die letzte Etappe brach an. Auf dem Weg nach Grindavik, wo wir die letzten beiden Nächte verbringen werden, machten wir dann doch einmal einen Halt in Islands Hauptstadt Reykjavik.

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Sólfarið – Sun Voyager

 

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Hallgrimskirkja

Wir sahen uns die Kirche von außen an, da uns der Eintritt aufgrund des Schilds „out of service“ verwehrt wurde. Da das Wetter stets zwischen Regen und Nieseln wechselte, kehrten wir in einem Lokal ums Eck ein. Dort gönnten wir uns Isländische Spezialitäten laut Karte und einen Kaffee. Ein wenig die Straßen entlang, Souvenirs für daheim gekauft und ab zum Auto. Fußball am Sonntag. Wenn der Glubb zuhause das Derby gewinnt, dann muss wenigstens ein Ligaspiel in Island herhalten. Vikingur  Reykjavik vs IA Akranes war die Wahl. Das 1100 Zuschauer fassende Stadion war relativ leer, der Eintritt mit knapp 20 Euro relativ teuer, der Kaffee nicht heiß, Bier gab es keines, und am Ende auch keine Tore. Wir frohen wie Eiszapfen und die Isländer hüpfen stellenweise in kurzer Hose und Sneakersocken in den Adiletten herum. Komisches Volk ist es schon 🙂

Bei 66°North sahen wir danach noch kurz im Outlet vorbei. Aber mehr als Aufwärmen war nicht. Eher enttäuschend war der Besuch da. Daher hieß es die wenigen Kilometer nach Grindavik fahren und dort schauen, was der Abend bringt.

Der letzte Tag auf Island. Wir hatten heute nicht mehr viel vor. Nach dem Frühstück ging es dann erst einmal in Richtung Hafen und zum Leuchtturm von Grindavik. Dort, auf dem Weg zum Leuchtturm, liegen entlang des Weges immer wieder Schiffswracks, welche im Laufe vieler Jahre vor der Küste aufgelaufen sind. Laut einer Tafel gehen die Wracks bis in die 1890er zurück. Die letzten großen Wracks stammen von 1988/89. Das letzte Unglück aus dem Jahr 2004.

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Weg zum Hópsnesviti

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Wrack der Hrafn III

Auf dem Weg nach Osten gab es bei Krýsuvík noch Geothermal-Felder. Dazu wieder Heißhunger auf Eier. Der Wasserdampf, welcher hier aus der Erde steigt, bringt mich immer wieder auf Eier zurück. Weiter westlich liegt Brimketill. An der Küste brechen hier riesige Wellen. Ob man in den Pool dort überhaupt baden kann, weiß ich definitiv nicht einzuschätzen. Heute war daran überhaupt nicht zu denken. Ein Video hier (https://www.visitreykjanes.is/en/what-to-see-do/reykjanes-geopark/geosites/index/place/brimketill) zeigt in etwa wie gewaltig die Wellen dort an die Küste prallen.

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Brimketill

Wieder ein paar Kilometer weiter gibt es über einen Canyon eine kleine Brücke. Diese verbindet die Eurasische Platte mit der Nordamerikanischen Platte, was bedeutet, dass Islands Westen zu großen Teilen auf der Nordamerikanischen Platte liegt.

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Bridge between two continents

Fazit:

Uns hat es auf Island sehr gefallen. Es wird auch bestimmt ein Wiedersehen geben. Es gibt aber auch leider Dinge, die ich nicht gerne gesehen habe. Davon ist – gut für Island – nicht wirklich etwas, wo Island etwas falsch machen würde. Es betrifft die vielen Deppen unter den Touristen, die sich über Hinweis- und Verbotsschilder hinwegsetzen, um noch ein besseres Selfie zu bekommen. Island ist aktuell noch sehr liberal was das Reisen betrifft. Praktisch überall kann man ohne Aufsicht und ohne Eintrittspreise herumfahren, wandern und sich an der Natur ergötzen. Leider sind genau diese Idioten die Gründe, warum es z. B. in den USA Eintrittspreise in den Nationalparks und Unmengen von Rangers gibt, die aufpassen und kontrollieren, dass sich jeder an die Regeln hält. Wenn dies so weiter geht, wird es wohl auch bald in Island der Fall sein.

Leider gibt es auch etwas, was Island definitiv verbessern kann: Öffentliche Toiletten. Selbst in September sind hier noch unzählige Touristen unterwegs. An vielen Sehenswürdigkeiten – Katlar z. B. – wo Wanderwege ausgeschrieben sind, sind die Toiletten vorhanden aber abgesperrt. Das war nicht nur hier der Fall. Auch an der Ringstraße, wo nur hin und wieder an manchen Parkplätzen eine Dixi-Toilette steht. Dafür, dass man Schilder aufstellt, dass die Leute ihre Notdurft nicht überall verrichten sollen, gibt es entscheidend zu wenig Möglichkeiten.

Ansonsten sollte jeder Islandurlauber mindestens eine Regenhose und Regenjacke mit einer min. 10.000er Wassersäule haben. Wir sind hier die letzten Tage fast abgesoffen. Da waren wir froh, dass wir uns wenigstens auf die Ausrüstung verlassen konnte. Dazu noch Wanderschuhe, die den Namen Wanderschuhe verdient haben. So viele Touristen sind in ihren weißen Sneakers oder Schuhen, die eher ins Restaurant oder für die Oper gehören, herumgelaufen, wo man sich echt Fragen stellt. Aber solange es ihre Knochen sind, kann es mir ja egal sein. Dazu nehmt Geld mit. Island ist definitiv kein günstiges Pflaster.

Ansonsten geht unser besonderer Dank an Sigrid, die uns mit ihrer jahrelangen Islanderfahrung so viel mitgegeben hatte, und uns diesen Urlaub so einmalig hat machen können.